Arbeiten am Rhein.
Die Arbeit des Rheines hat hier wie allgemein im rheinischen Gebiet das Landschaftsbild bestimmt. Zwischen Ückerath,
Neuenbaum, Rosellerheide und Norf findet man ein Gewirr von alten Rheinläufen, die meistens zu Brüchen versumpft und später versandet sind. Bis vor rund 35 Jahren entwässerten
der Norfbach,
der schwarze Graben
und der Rindergraben die noch feuchten Gebiete. Ältere Mitbürger aus den Dörfern wissen zu erzählen, daß bis zur
Begradigung des Bachsystems Ende der zwanziger Jahre auf diesen kleinen "Bruchseen" regelrechte Kahnfahrten
möglich waren. Die im Winter oft zugefrorenen Gewässer waren dann für die Dorfkinder willkommene Eisbahnen. Noch in
den fünfziger Jahren erlernten viele Kinderim Norfbach das Schwimmen.Vorher wurde eine Schleuse heruntergedreht, um
das Wasser zu stauen und auf die erforderliche Tiefe zu bringen. Bei den zahlreichen Stromverlagerungen des Rheins in früheren
Zeiten wurden viel Sand und auch anderes Material abgelagert. Auf um einige Meter höher gelegenen Sandbänken sind die
Ortschaften Neuenbaum und Rosellerheide entstanden. Auch der Mühlenbusch, der sich südlich als Knechtstedener
Wald und Chorbusch bis nach Stommeln hinzieht, steht im ehemaligen Flußgebiet des Rheines. Im vorigen Jahrhundert war der
Waldbestand um ein Vielfaches größer als heute. Wasserläufe und Waldstreifen boten für die Menschen der Steinzeit ansprechende
Lebensbedingungen. Funde von Steinklingen und Steinspitzen zwischen Schwarzem Graben und dem "Hoister Berg"
(Kante zur Mittelterrasse) zeigen, dass in der Mittelsteinzeit (etwa 9000 - 4000 v. Chr.) hier Nomaden gelebt haben, die
sich von der Jagd, vom Fischfang und Früchtesammeln ernährten und in einfachen Schilfhütten wohnten. Ob anschließend in der
Jungsteinzeit (etwa bis 1500 v.Chr.) bei uns Bauern seßhaft wurden, muss bezweifelt werden, da Funde bisher fehlen und
unsere Sandböden und Brüche für den Ackerbau
wohl nicht die besten Voraussetzungen waren.
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